Selbstausschluss und Sperrdatei
Wer das Risiko von Spielproblemen bei sich selbst erkennt, kann sich durch verschiedene Mechanismen selbst Zugang zum Spiel versperren. In Österreich gibt es dafür mehrere etablierte Wege: direkt beim Plattformbetreiber, über ein zentrales nationales Register oder durch technische Mittel auf dem eigenen Gerät. Wir erklären, wie diese Systeme funktionieren und welche Anlaufstellen zur Verfügung stehen.
Selbstausschluss beim Anbieter
Der einfachste Weg ist die Selbsperre direkt auf der Plattform. Jeder Anbieter, der legal Glücksspiele anbietet, muss seinen Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit bieten, ihr Konto freiwillig zu sperren. Diese Sperre kann zeitlich begrenzt sein – beispielsweise für einige Wochen oder Monate – oder dauerhaft eingestellt werden.
Bei einer zeitlich befristeten Selbsperre kann die Sperre nach Ablauf automatisch enden. Will jemand eine temporäre Sperre vorzeitig beenden, ist in der Regel eine Abkühlphase erforderlich. Bei einer unbefristeten Sperre müssen mehrere Tage vergehen, ehe eine Aufhebung wirksam wird – auch das ist eine Schutzmaßnahme, um impulsive Entscheidungen zu verhindern.
Dauer und Wirkung
Welche Sperrfristen konkret möglich sind und wie lange die Aufhebung dauert, regelt jede Plattform in ihren Nutzungsbedingungen. Die Informationen dazu finden Sie auf der Website des jeweiligen Anbieters. Während die Sperre aktiv ist, können Sie sich nicht anmelden und nicht spielen.
Selbstausschluss über das nationale Register
Österreich hat ein zentrales nationales Selbstausschlussregister eingeführt, das erstmals operatorenübergreifend funktioniert. Das bedeutet: Wer sich registriert, wird damit nicht nur auf einer, sondern auf allen lizenzierten Plattformen gesperrt. Das Register erfasst freiwillige Selbstsperrungen ebenso wie vom Anbieter verhängte Bans.
Die Registrierung im nationalen System bietet einen zusätzlichen Schutz, weil die Sperre nicht umgangen werden kann, indem man einfach zu einer anderen Plattform wechselt. Der Zugang über Automaten und Casinos wird ebenfalls erfasst.
Regionale Unterschiede
Derzeit ist ein strukturiertes Selbstausschlussregister in Wien, Oberösterreich und Salzburg besonders etabliert. Der Prozess der bundesweit einheitlichen Umsetzung wird gerade vorangetrieben.
Unterstützung und Beratung
Kostenlose Hotline
Unter der Nummer 0800 202 304 erreichbar ist eine anonyme Hotline für alle, die in Österreich sind. Der Anruf ist kostenlos, und absolute Vertraulichkeit ist garantiert. Hier können Fragen zum Selbstausschluss gestellt werden, aber auch erste Hilfe bei Spielproblemen.
Spezialisierte Beratungsstellen
In allen Bundesländern gibt es Beratungsstellen für Spielsucht – sogenannte Beratungsstellen für Spielsucht. Diese bieten kostenlose Unterstützung, Beratung und Therapie an, nicht nur für Betroffene, sondern auch für Angehörige. Die Angebote sind vertraulich und vielerorts anonym. Ein Überblick über alle Anlaufstellen nach Bundesland findet sich auf den Informationsportalen zum Thema Spielerschutz.
Wer sich ausschließen möchte oder bereits Probleme mit Glücksspiel hat, hat also mehrere Wege, aktiv zu werden – und dabei ist nie zu spät, um sich Hilfe zu holen.
